Donnerstag, 17. März 2011

Gedanken...

Ja es fällt irgendwie schwer, posts zu verfassen mit schönen Dingen, angesichts der furchtbaren Ereignisse in Japan. Angst und großes Mitgefühl in den Gedanken, nicht in Worte zu fassen.
Ich mußte auch sofort an einige dort lebende bloggerinnen denken, und es ist einfach unvorstellbar, was da passiert.
Unser Alltag, vor allem der unserer Kinder, geht trotzdem weiter. Und man läßt sich die Sorgen nicht so anmerken. Unsere Große hat generell ein super feines Gespür und sie plagen manchmal echt große Ängste (was mir auch wiederum Sorge macht), was Naturkatastrophen betrifft. Bin aber froh dass sie es äußert, und nicht still in sich hineinfrißt. Z.B. wissen wir seit einiger Zeit, daß es für sie belastend ist, Radionachrichten hören zu müssen. Irgendwann hielt sie sich mal die Ohren zu und sagte dass sie das nicht mehr hören kann. Wenn es länger andauernd regnet, fürchtet sie sich vor Flutwellen, und man muß lange und viel erklären bis sie halbwegs beruhigt ist. Da haben wir wahrscheinlich schon zu viel Radiogedudel gedankenlos an ihre Kinderohren gelassen, statt sie davor zu schützen. Aber alles kann man ja auch nicht fernhalten.
Ich kann mich gut erinnern, wovor ich so als Kind Angst hatte. Angst vorm Blitz beim Gewitter, oder vorm Baden im tiefen Seewasser.
Angst wenn mal die Alarmsirenen losgingen, da plagte mich eine Zeit lang die Sorge, es könnte länger als 3x heulen. Solche Dinge lernten wir in der Schule!
Ich kann mich noch genau erinnern, wie wir immer die Intervalle in Skizzen zeichnen mußten, welcher Sirenenheulryhtmus was für eine Katastrophe bedeutete! Einschließlich Strahlenalarm. Wir lernten eine provisorische Gasmaske aus einer Tüte mit Loch und einem Zellstofftuch zu basteln....Gruselig.
(Als später der Unglücksfall in Tschernobyl passierte als wir in der 10.Klasse waren, das wurde totgeschwiegen.
Jede Nachfrage von den Lehrern konseqent abgeschmettert. Keine Diskussion.)
Bei uns am Stadtran, da gab es einen angrenzenden Hügel, mit einem kleinen Wäldchen, wohin wir manchmal Klassenausflüge unternahmen, wir Mädchen hatten da immer gemischte Gefühle, man erzählte sich gruselige Sachen, weil es auf diesem Hügel nämlich einen alten Bunker hinter Draht gab, mit Verbotsschildern und ganz verwuchert... Jungs machten dort regelmäßig komische Mutproben. Da war ich froh dass ich keiner (Junge) war.
Sowas fällt mir auch in diesen Tagen wieder ein.
~*~

1 Kommentar:

  1. danke für dein posting...

    man ist so sprachlos, so wortlos angesichts dieser katastrophe und das kopfkino schlägt bei uns allen kapriolen.

    ich hatte dieser tage auch einen punkt an dem mir klar wurde, dass ich mich mehr zusammen nehmen muss. meiner tochter und ihrer kindeseele zuliebe.... mein eigenes entsetzen besser zu verbergen...

    den fernseher aus zu lassen, nicht die ganze zeit im laptop auf den newsticker schielen und einfach mal mit meinem kind ganz normal lachen, obwohl mir ganz tief drinnen nicht dazu zumute ist.

    kinderängste sitzen tief... vor dunkelheit, vor krieg, vor krebs, vor naturkatastrophen, vor dem verlust ihrer eltern, vor so vielem... wir dürfen diese nicht noch mehr schüren.


    liebe grüße
    nic

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